Naturpark Barnim
Großschutzgebiet der Länder Brandenburg und Berlin
Geschützte Tiere
Sprache wählen

Geschichte des Naturparks

select language

Der Naturpark Barnim wurde am 9. Mai 1999, ein Jahr nach seiner rechtlichen Festlegung eröffnet. Auf seinem Areal zeigt sich deutlich die geschichtliche und landschaftliche Verbundenheit zwischen Berlin und Brandenburg. Die einzigartige Landschaftsstruktur des Großschutzgebiets trägt ganz deutlich die Handschrift der Eiszeiten. Im Zentrum steht die Hochfläche des Barnims. Die letzte Weichsel-Eiszeit, die vor ca. 10.000 Jahren endete, hat die Region nur leicht gestreift. Ihren schwachen Ausläufern ist es jedoch gelungen mit hochaufgetragenen Endmoränen die Konturen des Landschaftsbildes, das einst die Saale-Eiszeit hinterlassen hatte, eindrucksvoll nachzuziehen.

Warum Naturpark?
Naturparke sind großräumig und einheitlich zu entwickelnde Gebiete, in denen ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft für erforderlich gehalten wird. Die so gesicherten Areale sollen vor allem als Erholungsräume und allgemein dem Fremdenverkehr in den betroffenen Regionen dienen.
Dass Naturschutz und Urlaubsfreuden sich dabei nicht ausschließen, beweist das Brandenburger Konzept des naturverträglichen Tourismus. Er steht für ein verständiges Miteinander von Mensch und Natur zum beiderseitigen Nutzen. Die unmittelbare Stadtnähe sowie die einmaligen Natur- und Kulturlandschaften des Barnim geben ihm zudem eine ganz besondere Naturparkqualität.
Mit einem Anteil von 55% Waldgebieten und ca. 2000 ha Wasserflächen sorgt er über den Berliner Speckgürtel hinaus für gute Luft und verbreitet ein angenehmes Klima. Auf der anderen Seite ermöglicht der Naturpark durch Förderung naturnaher Landwirtschaftsformen Produktion und Umsatz regionaler Produkte aus dem fruchtbaren Südosten des Großschutzgebiets.

Ein Naturpark setzt sich aus Landschafts- und einzelnen Naturschutzgebieten zusammen. Im Naturpark Barnim bestehen zur Zeit insgesamt 9 Landschaftsschutzgebiete und 16 Naturschutzgebiete. 4 Landschaftsschutzgebiete und 6 Naturschutzgebiete auf insgesamt ca. 710 ha gehören zu Berlin. Im Brandenburger Teil des Naturparks sind fast 49.000 ha durch 5 Landschaftsschutzgebiete und knapp 1.750 ha innerhalb von 10 Naturschutzgebieten besonders geschützt.
10 weitere Schutzgebiete befinden sich im Ausschreibungsverfahren. Schutzweise und Schutzintensität im Parkbereich ist dementsprechend unterschiedlich ausgeprägt. Sie richtet sich nach der gewählten Schutzgebietsform. Die Grundsätze hierzu sind im Bundesnaturschutzgesetz festgelegt. Ergänzungen finden sich in den entsprechenden Landesgesetzen. In Brandenburg ist demnach für die Errichtung eines Naturparks notwendig, dass zum Zeitpunkt seiner Gründung bereits 50% der Fläche rechtskräftig als Landschafts- oder Naturschutzgebiete ausgewiesen worden sind.

Was ist schützenswert?
Im wasserreichen Naturpark Barnim finden sich die unterschiedlichsten Moortypen, wie z.B. im Niedermoor des Biesenthaler Beckens. Außergewöhnlich und besonders schützenswert ist auch der Seenverbund des Großschutzgebietes, der in den ehemaligen Schmelzwasserrinnen der letzten Eiszeit entstanden ist.
Naturdenkmal Eiche Besonders kostbar sind im Naturpark Barnim darüber hinaus seine großen, noch fast unzerschnittenen naturnahen Wälder. Daneben findet sich im Südosten des Naturparks auf den lehmigen, sehr fruchtbaren Böden der Grundmoränen ein sehr altes und traditionelles Kulturland mit historisch gewachsenen Siedlungsstrukturen. Diese wasserreiche naturnahe Agrarlandschaft des Barnim mit ihrer bemerkenswert hohen Dichte an Söllen ist u.a. ein idealer Lebensraum für vom Aussterben bedrohte Unken- und Froscharten.
Sölle sind mit Wasser angefüllte Vertiefungen im Acker, deren Ursprung in großen Toteisbrocken der letzten Eiszeit liegt. Ein ganz spezielles Kleinod des Naturparks sind die ehemaligen Verrieselungsanlagen bei Blankenfelde und Malchow. Die einst nahezu aquatisch gewordene, offene Landschaft gilt es nun als Naherholungsgebiet zu entwickeln und teilweise noch vorhandene Belastungen des Bodens in Folge der Abwasserklärung zu beseitigen.

Wie wird geschützt?
Der Schutz im Naturpark vollzieht sich auf unterschiedlichen Ebenen. Auf der einen Seite ist es für den Erhalt des Erholungsgebietes notwendig, den Tourismus im Großschutzgebiet naturverträglich zu gestalten. Dies geschieht u.a. durch die Einrichtung von Leitsystemen für Wander-, Rad-, Reit- und Wasserwandertouren. Als Ergänzung zu den bestehenden Leitsystemen stellen die Ranger im Barnim einzelne Touren- und Gebietsbeschreibungen als handliche Faltblätter unter dem Titel "Mit der Naturwacht unterwegs" zusammen. Inzwischen gibt es eine zweite Reihe mit Themenblätter, wie z.B. "Lebensraum Dorfteich" oder "Nisthilfen im Garten".
Die Mitarbeiter der Naturwacht und Naturparkverwaltung bemühen sich darüber hinaus mit persönlichem Engagement und einem weitgefächerten Katalog von Veranstaltungsangeboten, die Besucher mit den Besonderheiten der Natur- und Kulturlandschaft im Naturpark Barnim vor Ort vertraut zu machen.
Auf der anderen Seite gilt es, durch Vertragsnaturschutz und Förderung ökologisch arbeitender Betriebe die naturnahe wirtschaftliche Nutzung des sehr alten und traditionellen Kulturlands in dieser Region zu sichern und zu entwickeln. Besonders schützenswerte Zonen werden zudem als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Das bedeutet, dass auf diesen Flächen vordergründig Raum für die natureigene Entwicklung bleiben soll.
Ein Beispiel dafür ist im Naturpark Barnim die Schönower Heide, eine nordwestlich des Dorfes Schönow gelegene 200 ha große Offenfläche. Auf dem bis vor kurzem noch als Truppenübungsplatz genutzten Gelände wurde nach dem Abschmelzen der letzten Gletscher Sand zu Dünen aufgeweht. In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts entdeckten Geologen darunter eine bis dahin unbekannte Bodenschicht, der sie den Namen "Finowboden" gaben.
250 Heidschnucken sorgen jetzt im Rahmen des Vertragsnaturschutz für die notwendige naturnahe Pflege der Heideflächen. Mit der Errichtung eines Rundwanderweges wird das Gebiet auch für den Menschen zugänglich, den u.a. die wunderschöne Heideblüte im August hierher lockt.

             Seitenanfang              NP - Home