Naturpark Barnim
Großschutzgebiet der Länder Brandenburg und Berlin
Geschützte Tiere

Umwelt und Naturschutz

Fledermausschutz
Fledermäuse gehören heute in Deutschland zu den am stärksten gefährdeten Säugetierarten. Durch ihre besondere Lebensweise reagieren sie äußerst empfindlich auf gestörte ökologische Zustände. Deshalb kann man sagen, dass sie - natürlich gemeinsam mit anderen Organismen - ein Güteanzeiger für eine ökologisch intakte Umwelt sind. Einige Fledermausarten sind durch ihre enge Bindung an den Menschen zusätzlich gefährdet, denn sie leben ständig oder zumindest zeitweise mit den Menschen unter einem Dach. Ja, sie haben richtig gelesen. Egal ob Altbau- oder Neubaugebäude meist finden unsere Fledermäuse ein Quartier in Ritzen, zwischen Plattenstößen oder auf dem Dachboden. Und in den meisten Fällen merken wir als "Betriebskosten"-zahlende Bewohner nicht einmal etwas davon.
Winterquartiere für Fledermäuse Die Lebensweise unserer Fledermausarten gliedert sich in zwei große Abschnitte innerhalb eines Jahres. Vom Oktober bis März "schlafen" sie in ihren Winterquartieren. Als solche können feuchte frostfreie Keller, Gewölbe und Bunker dienen. In diesen Quartieren suchen sich die Fledermäuse Ritzen und Hohlräume im Mauerwerk oder hinter Verbauungen und verbringen darin den Winter in einer Art Winterschlaf. Von April bis September leben unsere "Jäger der Dämmerung" in ihren Sommerquartieren. Meist befinden sich diese an Gebäuden, hinter Fensterläden, im Dachboden oder in Mauerhohlräumen. Doch genau diese Unterkünfte werden immer weniger.
Warum? Weil wir unsere Häuser modernisieren, wärmeisolieren und unsere Dachböden ausbauen. Und auch bei der sogenannten "Platte", den Plattenbausiedlungen
aus DDR-Zeiten, wird isoliert und modernisiert oder abgerissen. Und deshalb finden immer weniger Fledermäuse geeignete Sommerquartiere.
Aber es gibt Möglichkeiten bei einer Haussanierung auch an unsere fliegenden Säuger zu denken. Mit Fledermauskästen zum Beispiel kann man den Fledermäusen ein Quartier schaffen. In die sanierten Fassaden von Wohnblocks eingebracht, fallen die Kästen nicht auf und bieten den Fledermäusen die Möglichkeit ihre Jungen aufzuziehen. Aber auch Eigenheimbesitzer können etwas zum Schutz beitragen. Warum lassen wir nicht, bei der Dachbodensanierung, im Spitzboden etwas Platz und setzten einige Einflugziegel ins Dach. Oder wir lassen unsere alten Fensterläden beim Einbau von Rollläden trotzdem hängen. Dahinter könnten die Fledermäuse ebenso eine Wochenstube einrichten und ihre Jungen ähnlich wie wir Menschen in sozialen Strukturen aufziehen. Ja, auch bei den Fledermäusen gibt es Kindergärten. Wenn einige Mütter in der Dämmerung jagen, sind immer zwei bis drei Alttiere bei den Jungen. Wenn die anderen ihre Jagd beendet haben, wird gewechselt. Das ist doch recht sozial, oder?!
Okay. Und was können wir noch zum Schutz unserer Fledermäuse tun? Vielleicht unseren Kellerausbau stoppen. Brauchen wir denn wirklich einen eigenen Partykeller? Oder tun wir mehr für uns und unsere Kinder, wenn wir ihn als Lagerraum und Winterunterkunft für unsere geflügelten Säuger erhalten. Vielleicht finden wir auch einen Kompromiss. Wir erhalten die Hälfte des alten Kellers und bauen uns statt eines Partyraumes eine kleine Werkstatt ein. In dieser könnten wir in den kalten Wintermonaten gemütlich mit dem Nachbarn an neuen Fledermauskästen sägen, hämmern und streichen. Diese können wir dann im Frühjahr im Garten oder am Haus aufhängen. Ist das nicht ein toller Kompromiss. Unsere heimischen Fledermäuse werden es uns danken.

Und wie wird nun so ein Fledermauskasten gebaut? Nun, das ist gar nicht so schwierig. Es gibt mittlerweile eine ganze Menge von Bauanleitungen. Meist sind die schlichten Modelle die effektivsten und werden von den Fledermäusen genauso gern angenommen wie aufwendig gebaute Anlagen. Hier stellen wir eine Bauart vor die auch von der Naturwacht oft verwendet wird. Sie können die Bauanleitung als PDF Datei hier  herunterladen und sofort mit dem Nachbau beginnen.
Beachten sie bitte auch das die von Ihnen verwendeten Holzschutzmittel keine Gefahr für die Fledermäuse darstellen. Hier sind einige Holzschutzmittel aufgelistet, die in Langzeitversuchen getestet wurden.   Klick1   Klick2
Wenn sie keinerlei Holzschutzmittel verwenden wollen und den Kasten trotzdem haltbarer machen wollen, versuchen sie doch die Bretter vor dem Zusammenbau mit einer Lötlampe abzubrennen. Auch so kann man Holz haltbar machen. Bei der Herstellung von Weinfässern funktioniert das ja auch.

d.krone

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