Naturpark Barnim
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Geschützte Tiere
Umwelt und Naturschutz
Wer hält keinen Winterschlaf? - Unser heimischer Dachs
In einigen Regionen gilt er bereits als ausgestorben. In Brandenburg ist er aber erfreulicherweise wieder häufiger anzutreffen. Das bärenartige Tier mit zwei unverwechselbaren halbmondförmigen schwarzen Streifen längs über dem weißen Kopf ist mit keiner anderen Tierart unserer Heimat zu verwechseln. Die beiden schwarzen Streifen schließen jeweils ein Auge und Ohr mit ein und dienen dem nachtaktiven Tier als Tarnung. Der Schwanz besteht aus einer weichen Quaste, aus denen man früher weiche Maler- und Rasierpinsel gemacht hat. Nur deshalb ist dem Dachs oft nachgestellt worden.
DachsIn Europa lebt eine einzige Dachsart. In Afrika, Vorderasien und Indien gibt es auch den Honigdachs, der ziemlich lange Strecken zurücklegt, um Erdnester von Bienen und Wespen auszuräubern. Unser Dachs jedoch ist ein Allesfresser. Mit seiner rüsselartigen Schnauze durchwühlt er wie das Wildschwein frischgepflügte Äcker und lockeren Waldboden nach Würmern, Schnecken und Insektenlarven. Außerdem bricht er Mäusebauten auf und vertilgt die Einwohner samt Nachwuchs. Wenn er auf sie trifft, frisst der Dachs auch Schlangen, Eidechsen und die Gelege von Bodenbrütern. Gelegentlich holt er sich aber auch ein paar Möhrchen, Kartoffeln, Hafer und Mais vom Feld, Beeren vom Strauch, Blaubeeren, Vogelbeeren, Eicheln und Fallobst. Auch eine Pilzmahlzeit verschmäht er nicht. Für den Winter frisst sich Grimmbart, so wird er in Fabeln genannt, eine regelrechte Fettschicht an.

Dachse werden 80 bis 90 cm groß, ihr Schwanz etwa 15 cm lang. Als Wohnstätten bevorzugen sie ein Höhlensystem mit vielen verzweigten Gängen, das bis zu fünf Meter tief in die Erde gegraben wird und über mehrere gut getarnte Ausgänge verfügt. Gelegentlich lebt der Dachs hier mit dem Fuchs zusammen, allerdings in verschiedenen Wohnkesseln. Männchen und Weibchen bleiben ein Leben lang zusammen und nutzen den Bau oft über viele Generationen mit all ihren Nachkommen. An einem Weinberg bei Dresden soll sich bereits vor einhundertzwanzig Jahren ein Dachs einen Bau gegraben haben. Der Standort war bewusst gewählt, weil das Tier gern Weintrauben naschte. Solange die Weinstöcke standen, lag der Dachsbau gut versteckt. Als dann wegen der Reblaus die Weinstöcke gerodet werden mussten, lag der Bau offen und für jeden Vorbeikommenden einzusehen. Trotzdem blieb diese Dachsfamilie dort weiter wohnen. Dachse halten keinen Winterschlaf. Sie dösen nur in ihren weich gepolsterten Schlafkesseln im Bau vor sich hin. Nur gelegentlich gehen sie in Winter auf Futtersuche und fressen, um Flüssigkeit aufzunehmen, auch frischen Schnee. Ihr Fabelname stammt möglicherweise von dem mittelalterlichen Wort "grima" - die Maske. In Gefangenschaft können Dachse sehr schnell handzahm werden.

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