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"Leben in Gärten und Parks"
Sehr geehrte Lehrerinnen und Lehrer, liebe Jugendgruppenleiterinnen und -leiter, werte Betreuerinnen und Betreuer,
herzlich willkommen zum elften Abenteuer im Barnim!

In diesem Schuljahr wollen wir gemeinsam mit Ihnen weiter im Siedlungsbereich bleiben. Zum einen bieten Städte und Dörfer so viele Möglichkeiten, sich mit unterschiedlichsten Lebensräumen zu beschäftigen, dass es für ein Schuljahr fast zu viel wäre. Zum anderen bieten die diesjährigen Lebensräume Gärten und Parks eine gute Möglichkeit, an das vergangene Schülerprojekt anzuknüpfen.

In unserer dichtbesiedelten Region spielen Gärten als Erholungsmöglichkeit eine große Rolle, wie neben den Hausgärten auch die große Anzahl an Kleingartenanlagen beweist. Auch als Nutzgarten erlebt der Garten eine Renaissance. Viele Menschen wollen nach den Skandalen der Vergangenheit Obst und Gemüse anbauen, von denen sie wissen, was drin ist. Die historischen Bauerngärten waren aber schon immer auch Ziergärten, in denen Obst, Gemüse, Heil- und Gewürzpflanzen, aber auch Blumen wuchsen, die das Auge erfreuen.

Ähnlich vielfältig sind auch die Parks in unserer Region. Auch wenn sie nicht so berühmt wie der Wörlitzer Park sind, bieten viele von ihnen noch heute einen Blick in die Kulturgeschichte der Region. Fast in jedem Dorf finden sich noch mehr oder weniger gut erhaltene Parkanlagen, da Gutsherren und reiche Müller gerne mit solchen Erholungs- und Prestigeanlagen protzten.

Alte verwilderte Parks und Gärten beeindrucken immer wieder durch einen interessanten Altbaumbestand. Zum einen wachsen dort längst vergessene Obstsorten, zum anderen gibt es hier noch Baumhöhlen oder teilweise ausgefaulte Baumruinen, die für zahllose Tierarten lebensnotwendig sind.

Wie diese wenigen Beispiele schon deutlich machen, bieten Gärten und Parks vielfältige Möglichkeiten der Beschäftigung. Viele Tier- und Pflanzenarten können hier auf engstem Raum entdeckt und beobachtet werden. Auch die unterschiedlichen Standortansprüche und die Wasserversorgung können anschaulich nachvollzogen werden.

Darüber hinaus geben Parks und Gärten hervorragende Einblicke in die Wirkung des Menschen auf die Natur. Schließlich war er es, der aus unscheinbaren Wildpflänzchen in den vergangenen Jahrtausenden eindrucksvolle Nutz- und Zierpflanzen züchtete und sie nach seiner Maßgabe umwandelte. In Parks und Gärten wachsen Pflanzen, die eigentlich überhaupt nicht in unsere Region gehören. So können durchaus auch Grundlagen von Geografie, Evolution und Kulturgeschichte mit in das Projekt einfließen. Nicht nur in der Natur, die in unserer Umgebung ja auch vom Menschen gestaltet wurde, lässt sich also ein Schülerprojekt umsetzen. In Parks und Gärten kann man auch beobachten, wie der Mensch versucht, die Vegetationsperiode zu "verlängern", in dem er winterharte Pflanzen pflanzt.

Interessantes aus Kultur- und Wissenschaftsgeschichte
Stiefmütterchen, die wir alle aus unseren Gärten kennen, erhielten ihren Namen durch die ungewöhnliche Anordnung von Kelch- und Kronblättern. Die Blütenblätter stellen die Familie dar. Während die Stieftöchter sich ein Kelchblatt teilen müssen, haben die leiblichen Töchter je ein Blatt für sich. Die böse Stiefmutter beansprucht sogar zwei Kelchblätter für sich. Leider ist diese Ursache für den Namen bei den Zier-Stiefmütterchen teilweise kaum noch zu sehen. Da aber auch die wilden Vorfahren an Getreidefeldern nicht allzu selten sind, bietet diese Pflanze ein gutes Beispiel für Original und Zuchtergebnis.

Auch in Parks gibt es ähnlich interessante Beispiele. So gibt es an Blüten der Rosskastanie eine "Ampelphase" für Insekten. Wenn sich im Frühjahr die wunderschönen Kerzen entfalten, sind die Zentren, die auch Saftmale heißen, zuerst gelb = frischer Nektar. Dann verfärben sie sich orange für "jetzt beeilen". Sind die Saftmale rot, wird kein Insekt dort nach Nektar suchen. Dies ist ein sehr anschauliches Beispiel für die "Kommunikation" zwischen Pflanzen und Tieren. Diese Liste ließe sich beliebig erweitern.

Mitmachen und gewinnen
Auch für das Schuljahr 2009/2010 haben wir einen interessanten Lebensraum ausgewählt, der hoffentlich wieder auf Ihr Interesse stößt und für tolle Erlebnisse sorgt.
  • Sehen Sie das Projekt als Aufhänger für eine Beschäftigung mit der Umgebung.
  • Entdecken Sie mit ihren Gruppen oder Klassen die Vielfalt in ihrer nächsten Umgebung.
  • Erleben Sie die Natur und Geschichte in all ihrer Vielfalt und Schönheit.
  • Vertiefen Sie mit Ihren Gruppen oder Klassen das Wissen um Zusammenhänge und Verknüpfungen in Natur und Umwelt.
  • Schaffen Sie mit Kindern und Jugendlichen interessante Projekte in ihrer Umgebung.
  • Nutzen Sie die Möglichkeiten einer nachhaltigen Umweltbildung. Entdecken und Erleben, um zu handeln!

Geben Sie ihre Ergebnisse bis zum 7. Juli 2010 bei uns ab. Die besten Exponate werden beim Naturparkfest ausgezeichnet und ausgestellt! Wenn Sie sich bereits zu Beginn eures Projektes bei uns melden, bekommen Sie die neuesten Infos und unsere Hilfe! Klick!

Viel Freude und Erfolg!

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